Micha – Portraitshooting am Achensee

Ich weiß nicht, wie es euch geht. Gerade in dieser so unglaublich schwierigen Zeit Namens „Corona“, wird uns so viel Zeit zum Nachdenken und Grübeln gegeben. Ist man ein Mensch mit sehr vielen sozialen Kontakten, kommen einem die Wochen in denen wir uns nun schon nicht mehr treffen dürfen so unendlich lang vor. Ich vermisse meine Familie, meine Freunde, die Großeltern die sonst mit meinen Kindern spielen und ihnen so viel Liebe schenken. Jetzt stehen wir mit ein paar Metern Abstand am Zaun und können uns zwar aus der Ferne sehen,- aber was bedeutet dies schon, wenn man weiß, wie es sich sonst anfühlt. Herzliche Umarmungen, füreinander da sein und einfach beisammen sein. Ungehindert und ausgelassen. Nicht mit einer so großen Distanz.

Was uns diese schlimme Zeit, die uns allen sozial so viel abverlangt und manchmal auch unvollständig fühlen lässt, lehren will? Zumindest weiß ich, dass man erst immer dann noch mehr zu schätzen lernt, wenn man etwas nicht mehr hat…. In letzter Zeit habe ich mir viel Gedanken über unbezahlbare Freundschaften gemacht, die in dieser Zeit einfach so sehr fehlen.

Seit ich denken kann, war ich schon immer mit netten Menschen und Freunden umgeben und habe mich auch nie schwer getan neue Freundschaften zu schließen. Das ist bis heute noch so, nur dass ich heute bei der Wahl neuer Freundschaften darauf achte, dass diese mir auch wirklich gut tun, es Menschen sind, die mich unterstützen, mich motivieren und bei denen ich einfach ich selbst sein kann.

Ich umgebe mich bewusst am liebsten mit Menschen, die mein Leben bereichern und mich in keiner Weise runterziehen. Menschen, die sich nur das Beste für mich wünschen. Die nicht nur nehmen, sondern auch geben. Menschen, die zu mir stehen, mir mit Rat und Tat zur Seite stehen und mich auch in schweren Zeiten begleiten. Und ja, jeder hat echt mal schwierige Zeiten. Menschen, die immer für mich da sind und mir ehrlich ihre Meinung sagen. Menschen auf die ich mich verlassen kann. 

Man sagt nicht umsonst, dass man so ist oder wird, wie die 5 „Affen“ mit denen man sich am meisten umgibt. Kein schlechter Scherz, das ist doch wirklich so! Denkt zurück an die Freunde die ihr noch vor 5 Jahren hattet und versucht euch zu erinnern, wie ihr damals wart, was ihr gemacht habt. Was waren eure Hobbies und was die eurer Freunde? Müsste so ungefähr auf die gleichen Dinge hinauslaufen, oder? Und wie sieht es heute aus?

Viele eurer damaligen Freunde werden wahrscheinlich nicht mehr zu eurem jetzigen Leben gehören oder sind nur noch flüchtige Bekannte. Solche, mit denen man Small-Talk betreibt, wenn man sie zufällig mal trifft und immer wieder sagt: „Wir müssen uns unbedingt mal wieder treffen!“ Das wird dann aber nie in die Tat umgesetzt und beim nächsten Mal, wenn man sich trifft, wird die gleiche Unterhaltung wiederholt und wieder wird gesagt „Wir müssen uns unbedingt…“. Ich denke jeder kennt das, oder? Damit meine ich nicht, dass man sich mit diesen Freunden nicht mehr unterhalten sollte oder möchte! Klar solche Menschen gehören auch zum Leben dazu! Ich will damit nur den Unterschied verdeutlichen.

Wir alle verändern uns im Laufe unseres Lebens und so auch unsere Freundschaften. So zum Beispiel die Freunde, die ihr während der Schulzeit täglich gesehen habt, mit denen ihr vielleicht auch privat immer wieder etwas unternommen habt. Wie viele davon sind ein paar Jahre nach dem Abschluss noch immer an eurer Seite? Man lebt sich auseinander, entwickelt andere Interessen, zieht vielleicht sogar in unterschiedliche Städte wegen Studium, Ausbildung etc.

Es wird immer wieder Menschen geben, die einst die besten, engsten Freunde waren und nach ein paar Jahren eben nur noch die Small-Talk-Ichtreffdichzufälligirgendwo-Freunde sind. Das ist völlig normal. Aber es wird auch immer diejenigen geben, die ihr schon über Jahre hinweg kennt, die euer Leben über Jahre hinweg begleitet haben. Die vielleicht zeitweise nicht diejenigen waren, mit denen ihr die meiste Zeit verbracht habt und trotzdem diejenigen sind, die alles für euch tun würden, alles über euch wissen und immer da sind, wenn ihr sie braucht. Die Familie sind! Und genau diese Freunde solltet ihr niemals vergessen. Im Gegenteil: Genau diese Freunde verdienen die größte Wertschätzung überhaupt!

Freundschaften pflegen, das ist ein so so wichtiger Punkt, den viele oftmals vergessen. Freunde sind die Familie, die ihr euch selbst aussucht. Die euer Leben bereichern können und es lebenswerter machen.
Meine heutige allerbeste Freundin kenne ich seit ich 10 Jahre alt bin! Das sind schon mehr als zwei Drittel meines Lebens, –  eine verdammt lange Zeit! So etwas muss man sich erst mal bewusst machen. Sie kennt mich wahrscheinlich besser, als ich mich manchmal selbst. Sie weiß alles über mich. All meine Höhen und Tiefen hat sie miterlebt. Schon fast gruselig, was sie alles über mich weiß.

Wir sind nicht nur Freundinnen, wir sind wie Schwestern! Und weil ich gerade so überwältigt davon bin, was wir alles schon zusammen durchlebt haben und überglücklich für sie bin, widme ich ihr diesen Blogpost. Mein Herzensmensch, meine Seelenverwandte. Danke, für alles, was du je für mich getan hast. Danke, dass du so bist wie du bist. Danke, dass es dich gibt! Auf dass unsere Freundschaft hoffentlich noch viele weitere Jahre anhält.